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In Bologna:
"Mein Cicerone war ein gewaltig gelehrter Kerl, und sprach und räsonnierte von Schulen und Meistern und Gemählden so strömend, als ob er die Dialektik studiert hätte und Professor der Ästhetik wäre; und er konnte es gar nicht zusammen reimen, daß ich nicht wenigstens vierzehn Tage hier bleiben wollte, die Reichthümer der Kunst zu bewundern. Er hielt mich halb für einen Barbaren und halb für einen armen Teufel..."

(Johann Gottfried Seume, Spaziergang nach Syrakus im Jahr 1802. Greno Verlag)
Europa

Wanderland Nordostitalien
Der Nordosten Italiens - so wie er hier verstanden wird - besteht aus den drei Regionen Friuli-Venezia Giulia, Hauptstadt Triest (ca. 250.000 Einw.), Veneto, Hauptstadt Venedig (ca. 340.000 Einw.) und Emilia-Romagna, Hauptstadt Bologna (ca. 450.000 Einw).

Friuli-Venezia Giulia setzt sich aus den Provinzen Trieste, Gorizia, Pordenone und Udine zusammen.
Städte in Friaul-Venezia Guilia
Triest, 28 KB Hauptstadt Triest
Palmanova, 29 KB Palmanova

Veneto besteht aus den Provinzen Venezia, Belluno, Padova, Rovigo, Treviso, Verona und Vicenza.
Emila-Romagna ist in die Provinzen Bologna, Ferrara, Forli, Modena, Parma, Piacenza, Ravenna und Reggio nell'Emilia aufgeteilt.
Viele davon werden auf diesem Teil des "Spaziergangs" durchwandert.

Flächenmäßig ist Emila-Romagna die Größte der drei Regionen (mit gut 22.000 km² etwas größer als Hessen), Veneto ist zwar knapp 4000 km² kleiner, hat aber mit ca. 4,5 Mio. - fast so viel wie Sachsen - die meisten Einwohner. So hat auch Veneto die höchste Bevölkerungsdichte (ca. 240 Einw./km²), die geringste besitzt Friuli-Venezia Giulia mit knapp 160 Einw./km².

Die drei Regionen zusammen sind etwas größer als das Bundesland Niedersachsen.

Obwohl Friuli-Venezia Giulia zur Hälfte ein Bergland ist, führt die Wanderung fast ausschließlich durch das Tiefland. Trotzdem berührt man eine interessante Bergregion, die Karstlandschaft oberhalb von Triest. Auch in Veneto, bis auf die Provinz Belluno, größtenteils Tiefland, durchwandert man ein kleines isoliertes Mittelgebirge: die Colli Euganei südlich von Padua.

Die Flüsse dagegen, die man auf dem Weg von Triest nach Bologna überqueren muss, gehören dagegen zu den ganz Großen Italiens. Besonders interessant ist der Timavo bei Monfalcone, der aus mehreren Karstquellen gespeist wird und mit nur gut 1 km Länge zu den kürzesten Flüssen der Welt gehört. Weitere Flüsse sind Isonzo (Gorizia), Tagliamento (hinter Codroipo), Livenza, Piave. Tagliamento und Piave besitzen riesige Flussbetten, durch die zu den wasserarmen Jahreszeiten wenig Wasser fließt. Da sie aber die Karawanken und Dolomiten entwässern, kann man die zerstörerische Kraft der Flüsse an den Geröllmassen und den vielen großen entwurzelten Bäumen im Flussbett ermessen. Auch die Städte, z. B. Pordenone, leiden immer wieder unter den Wassermassen.
Die anderen beiden großen Flüsse Etsch und Po (letzterer gilt als größter Fluss Italiens), die man in Nähe der Grenze zwischen den Regionen Veneto und Emilia-Romagna bei Rovigo und Ferrara überschreitet, fließen eher träge dahin.

Die Wanderung wäre oft ein wenig eintönig, weil sie durch landwirtschaftlich intensiv genutzte Gegenden führt, wenn nicht die Städte wären. Den Höhepunkt bildet Venedig, doch auch die Städte Triest, Udine, Padua, Ferrara und nicht zuletzt Bologna gehören ebenfalls zu den großartigsten Städten Italiens. Aber auch die kleineren Städte wie Monfalcone, Gorizia, Pordenone, Sacile, Conegliano, Treviso und Rovigo haben ihren Reiz. Auf jeden Fall sollte man sich für die Städte Zeit nehmen und einige zusätzliche Tage einplanen.

Städte in Friaul-Venezia Guilia
Udine, 41 KB Udine
Pordenone, 33 KB Pordenone

Nicht schön aber interessant ist auch der Marsch über die 5 km lange Ponte della Liberta von Mestre nach Venedig. Wenn man an einem Feiertag früh morgens die Lagune überquert, ist der Verkehr auf der Brücke noch erträglich.

Hinterlasse nichts als deine Fußspuren!


© W. Timmer 2003   Mail an den Autor, spaziergaenger@owl-online.de