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"Der Tourist, eine Schlüsselfigur des Jahrhunderts, eilt durch die Städte und Landschaften und blickt flüchtig um sich. Er photographiert. Er erfährt wenig oder gar nichts von dem fremden Leben, das ihn umgibt."
(Alfred Andersch, Wanderungen im Norden. 1970)
Europa

Wanderland Ligurien/Toskana
Die Provinzen Genua und La Spezia in der Region Ligurien und die Lunigiana (Provinz Massa und Carrara) im äußersten Westen der Region Toskana werden von dem Ligurischen und dem toskanisch-emilianischen Apenninen durchzogen. Es handelt sich also um reines Mittelgebirgsland.
Höchster Berg der Provinz Genua ist der Monte Maggiorasca (1799) auf der Grenze zu Emilia-Romagna. In der Provinz La Spezia ist dies der Monte Gottero (1639 m), ebenfalls auf der Grenze liegend. Im toskanischen Massa und Carrara bildet der Grenzberg Monte Alto (1904 m) die höchste Erhebung.

Doch nicht das Gebirge ist bestimmend für das Land, vielmehr ist es die dichtbevölkerte Küste des östlichen Golfes von Genua, der Riviera di Levante. Genua, die ca. 750.000 Einwohner zählende Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, zieht sich mit seinen industriellen Vororten wie ein Moloch nicht nur an der Küste entlang, sondern auch die Gebirgstäler hinauf.

Schattige Wälder und aussichtsreiche Höhen
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Zweitgrößte Stadt Liguriens ist die im östlichen Zipfel der Region liegende Provinzhauptstadt La Spezia (ca. 115.000 Einw.). Und zwischen diesen beiden Großstädten liegen zahlreiche kleinstädtische Seebäder. Das Gebirge dagegen ist an vielen Stellen nahezu entvölkert.

Ähnlich verhält es sich mit der Provinz Massa und Carrara in der Toskana. Auch hier liegen die beiden größeren Städte (Massa, ca. 70.000 Einw.) in Küstennähe, während das Hinterland mit Pontremoli, Aulla und Fivvizano immerhin noch ein paar Kleinstädte zu verzeichnen hat.

Bei den Flüssen handelt es sich allenfalls um Flüsschen: Die Lavagna in der Provinz Genua, die Vara in der Provinz La Spezia und die Magra in Massa und Carrara. Allerdings in Zeiten der Schneeschmelze bzw. zur Regenzeit werden sie zu reißenden Strömen, die mit ihrem Hochwasser ganze Landstriche verwüsten können.

Der Golf von Genua ist eine Wetterküche. An der Küste kann das Wetter heiter sein, über den Kamm des Apenninen ziehen die Nebel. Oder es kann regnen mit Gewittern. Von Oktober bis Mai kann es in den Höhen über 1000 m Schnee geben, von November bis März ist das Gebiet schneesicher.

Auffällig sind die überhaupt nicht mediteran anmutenden großen - manchmal sogar endlos erscheinenden - Buchenwälder, die das Gebirge überziehen, lediglich die grasbewachsenen Höhen schauen heraus. Sie geben oft den Blick frei auf die nahe Küste.

Hinterlasse nichts als deine Fußspuren!


© W. Timmer 1999   Mail an den Autor, wolfgang.timmer@owl-online.de