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"Zum Lobe meines Schuhmachers ... muß ich Dir noch sagen, daß ich in den nehmlichen Stiefeln ausgegangen und zurückgekommen bin, ohne neue Schuhe ansetzen zu lassen, und daß diese noch das Ansehen haben, in baulichem Wesen noch eine solche Wanderung mit zu machen."
(Johann Gottfried Seume, Spaziergang nach Syrakus im Jahr 1802. Greno Verlag)
Europa

Wanderland Schottland
In Schottland dreht sich alles um's Wetter, fast alles. Durch seine exponierte Lage im Nordatlantik ist der Norden der Britischen Inseln - bei uns bekannt für sein rauhes und wechselhaftes Klima - für Fußgänger schon ein kleines Wagnis. Vor allem an der zerklüfteten Westküste ändert sich das Wetter stündlich. Ein wenig beständiger ist es im Süden und im Osten an der Nordseeküste. Wenn auch Dauerregen für einen Wanderer zum Schlimmsten gehört, was ihm passieren kann, sollte sich niemand wegen des Klimas von einem Besuch Schottlands abhalten lassen. Der Norden Großbritanniens bietet dem Fernwanderer ungeahnte Erlebnisse.

Schottland lässt sich vereinfacht in drei Teile gliedern (in Klammern die administrative Einteilung):
Der Süden mit den Southern Uplands (Dumfries and Galloway und Borders),
die industrialisierte Mitte mit der Hauptstadt Edinburgh und Glasgow (Strathclyde, Central, Lothian, Fife und Tayside) und
der Norden mit den Grampian Mountains und Highlands (Western Isles, Highlands, Grampian, Orkney und Shetland).

Wie schon angedeutet, ist nur die Mitte dichter besiedelt, insbesondere zwischen den großstädtischen Ballungszentren Edinburgh und Glasgow. Der Süden ist dagegen nur dünn besiedelt und zumeist Schafweide. Der Norden ist fast menschenleer. Selbst die Orte, die sogar in den Schulatlanten eingetragen sind, bestehen manchmal nur aus wenigen Häusern und noch weniger Einwohnern. Allein daran lässt sich schon ablesen: der Norden ist ein Eldorado für Trekker und andere Outdoor-Enthusiasten. Doch trotz aller Einsamkeit, ist der Norden touristisch nicht schlecht erschlossen.

Die Flüsse Schottlands sind weniger spektakulär. Der Tweed fließt im Süden, der Tay und der Clyde in der Mitte und im Norden der River Spey, an dem der Fernwanderweg Speyside Way entlangführt.

Die Berge erreichen im Süden in den Southern Uplands Höhen von gut 800 m (Merrick, 843 m, Broad Law, 830 m). In der Mitte und im südlichen Norden liegen die höchsten Berge. Höchster Berg Großbritanniens ist der Ben Nevis (1347 m) in den Western Highlands, und auch die Cairngorm Mountains auf der Grenze zwischen Grampian und Highlands erreichen noch Höhen über 1300 m. Auf dem ersten Blick erscheint das nicht besonders hoch, doch darf man nicht vergessen, dass der Talboden oft gerade die Höhe 0 überschreitet. Dies bedeutet, dass die Höhenunterschiede durchaus alpinen Charakter haben. Hinzu kommt das Klima, das selbst im Sommer den Schnee an den Bergflanken nicht tauen lässt.

Wer allein diese Tatsachen bedenkt, kann sich schon die Großartigkeit der schottischen Berglandschaft lebhaft vorstellen, die drei Fernwanderwege zu erschließen versuchen:
- der Southern Upland Way, der von der Irischen See quer durch den Süden zur Nordsee führt,
- der West Highland Way, der von Glasgow nach Fort William am Fuß des Ben Nevis verläuft und
- der Speyside Way, der an der Nordsee beginnt und in Aviemore in der Nähe der Cairngorms endet.

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© W. Timmer 2000   Mail an den Autor, spaziergaenger@owl-online.de